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Seelische Belastungen bei Darmkrebs

Die Diagnose Darmkrebs erschüttert die Betroffenen und Angehörige oft sehr und bedeutet meistens eine einschneidende Veränderung im Leben. In dieser Phase erleben Betroffene und Angehörige oft starke Emotionen wie Angst, Wut und Verzweiflung. Die Diagnose bildet den Startpunkt des Prozesses der Krankheitsverarbeitung, in welchem sich Betroffene und deren Umfeld mit der veränderten Situation auseinandersetzen und sich neu orientieren müssen. Auch in der anschließenden Behandlungsphase können seelische Belastungen bei Betroffenen und Angehörigen auftreten. Diese umfassen beispielsweise Ängste vor bestimmten Behandlungsschritten (z.B. einer OP) als auch der Umgang mit Nebenwirkungen der Behandlung.  Nach der Behandlung müssen Betroffene unter Umständen mit einer eingeschränkten Funktion des Darms und in einigen Fällen auch mit einem künstlichen Darmausgang leben. Diese neue Situation kann überfordern, Gefühle wie Scham und Ekel auslösen und das tägliche Leben sowie die Sexualität der Betroffenen beeinträchtigen. Gerade das Thema „Ausscheidungen“ wird häufig tabuisiert, was es für Betroffene erschweren kann, offen über die Probleme und Belastungen in diesem Zusammenhang zu sprechen. Für das familiäre Umfeld kann der Gedanke an ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs bei einer familiären Häufung zusätzlich Ängste auslösen, selbst an Darmkrebs zu erkranken.

Doch neben den seelischen Belastungen, die mit einer Darmkrebserkrankung einhergehen könnten, kann die Konfrontation mit dieser schweren Krankheit und der Prozess der Krankheitsverarbeitung auch positive Veränderungen anstoßen: viele Betroffene und deren Angehörige setzen sich in dieser Zeit damit auseinander, was ihnen wirklich im Leben wichtig ist und wie sie ihr Leben gestalten möchten. Daraus entstehen oft neue Prioritäten, Werte und Kraftquellen, die während und auch nach der Behandlung Hoffnung und Zuversicht vermitteln, neuen Lebenssinn geben und die Lebensqualität erhöhen.

In Phasen hoher psychischer Belastung im Rahmen einer Darmkrebserkrankung kann eine psychoonkologische Unterstützung sowohl Betroffenen als auch Angehörigen helfen. Aus diesem Grund bietet die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. in ihren Beratungsstellen in Zwickau und Glauchau kostenfreie und unabhängige psychologische Beratung und Begleitung an. Diese kann in allen Krankheitsphasen (von Diagnose über Behandlung bis Nachsorge) in Anspruch genommen werden. Die Beratung bietet dabei Raum für offene Gespräche und die Stärkung eigener Ressourcen zur Krankheitsbewältigung. Nehmen Sie dazu gerne mit uns Kontakt auf unter 0375 282405 oder unter www.skg-ev.de/beratung

Wer kann die psychologische Beratung der Sächsischen Krebsgesellschaft in Anspruch nehmen und wie läuft diese ab?

Von Krebs Betroffene und deren Angehörige erleben im Kontext einer Krebserkrankung häufig auch eine höhere psychische Belastung. Deshalb bietet die Sächsische Krebsgesellschaft e. V. kostenlose und vertrauliche psychologische Beratung für Krebsbetroffene und Angehörige an. Im Folgenden beantworten wir einige häufig gestellte Fragen zur psychologischen Beratung:

Wer kann die psychologische Beratung in Anspruch nehmen?
Das Angebot der psychologischen Beratung richtet sich insbesondere an von einer Krebserkrankung betroffene Menschen Krebsbetroffene und Angehörige. Die Beratung kann entweder als Einzelgespräch oder auch als Paar- oder Familiengespräch stattfinden.

Zu welchem Zeitpunkt im Verlauf der Krebserkrankung kann die psychologische Beratung in Anspruch genommen werden?
Die psychologische Beratung kann zu jedem Zeitpunkt im Verlauf der Krebserkrankung in Anspruch genommen werden. Sowohl bei der Diagnosestellung, im gesamten Behandlungsverlauf als auch in der Phase der Nachsorge kann eine psychologische Beratung hilfreich sein und genutzt werden.

Wo findet die psychologische Beratung statt?
Termine für eine persönliche psychologische Beratung können an den Standorten unserer Beratungsstellen in Zwickau und in Glauchau verabredet werden. Zusätzlich bieten wir gerne schriftliche Beratung via E-Mail, telefonische Beratung und Beratung über Videotelefonie an, die unabhängig vom Wohnort in Anspruch genommen werden können.

Welche Themen können in der psychologischen Beratung besprochen werden?
Die Inhalte der psychologischen Beratung richten sich individuell nach den aktuellen Anliegen und Bedürfnissen der Ratsuchenden. Wir klären in der Beratung gemeinsam, welche Themen für die Ratsuchenden gerade im Vordergrund stehen. Häufige Schwerpunkte, die in der psychologischen Beratung besprochen werden können:

  • mit der Krebserkrankung verbundene Gefühle wie Angst, Wut, Trauer oder Hoffnungslosigkeit
  • akute Krisen und Überforderung
  • Krankheitsverarbeitung
  • Umgang mit negativen Gedanken und Grübeleien
  • Umgang mit Nebenwirkungen der Behandlung und anderen körperlichen Einschränkungen
  • Auseinandersetzung mit existentiellen Sinnfragen sowie mit Tod und Sterben
  • Umgang mit Stress und Entspannungstechniken
  • Soziale Beziehungen zu Angehörigen, Partner:innen, Familie und Freundeskreis
  • Probleme im Beruf oder am Arbeitsplatz
  • Kommunikationsschwierigkeiten mit Behandler:innen

Wie läuft die psychologische Beratung ab?
Interessierte Ratsuchende können die Sächsische Krebsgesellschaft e. V. telefonisch auf dem Beratungstelefon (0375 281405) oder per Mail (info@skg-ev.de) erreichen. Fragen Sie gerne dabei direkt nach der psychologischen Beratung. Unsere psychologischen Berater:innen nehmen Ihr Anliegen auf und vereinbaren in der Regel einen zeitnahen individuellen Termin für eine persönliche oder telefonische Beratung. Dringende oder kurze Anliegen können bei Verfügbarkeit der Berater:innen auch direkt besprochen werden.
Zum vereinbarten Erstgespräch nehmen sich die Berater:innen ausreichend Zeit für ein Kennenlernen und haben ein offenes Ohr für Ihre Probleme und Ihre Anliegen. Gemeinsam besprechen wir Ihre aktuelle Situation und unterstützen Sie im Umgang und der Bewältigung aktueller Belastungen. In einigen Fällen ist ein einziger Gesprächstermin schon ausreichend um Ihr Anliegen zu klären oder Sie an weitere geeignete Stellen zu vermitteln. Sollten Sie weitere Gesprächstermine wünschen, können Folgetermine vereinbart werden. So kann in schwierigen Phasen eine längerfristige psychologische Betreuung ermöglicht werden. Die Beratung ist für die Ratsuchenden kostenfrei.

Wo liegen die Grenzen des psychologischen Beratungsangebots?
Die psychologische Beratung in der Beratungsstelle der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V. kann keine psychotherapeutische Behandlung ersetzen. Sollte im psychologischen Beratungsgespräch der Verdacht bestehen, dass eine behandlungsbedürftige psychische Störung vorliegt, unterstützen wir Sie gerne bei der Suche nach einem geeigneten Psychotherapeuten/einer geeigneten Psychotherapeutin.

Werden meine Angaben und der Inhalt der Beratungsgespräche vertraulich behandelt?
Die Berater:innen der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V. behandeln alle im Beratungsgespräch gemachten Angaben und persönlichen Inhalten streng vertraulich und unterliegen selbstverständlich der Schweigepflicht. Eine Beratung ist auch anonym möglich. Ihr Kontakt mit der Beratungsstelle wird nicht extern weitergeleitet (z.B. auch nicht an die Krankenkasse). Sollten Sie wünschen, dass die Berater:innen der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V. Kontakt mit externen Personen (z.B. Ärzten, Behörden, Versicherungen etc.) aufnehmen, muss zwingend eine gesonderte Zustimmung von Ihnen dazu erfolgen. Sollten Sie bezüglich des Datenschutzes oder der Schweigepflicht Bedenken haben, zögern Sie nicht, bei uns nachzufragen.

Haben Sie weitere Fragen zu unserem Angebot der psychologischen Beratung? Dann wenden Sie sich gerne telefonisch oder per Mail an unser Beratungsteam! Sie erreichen uns unter 0375 2814 05 oder per Mail unter info@skg-ev.de. Nehmen Sie auch gerne direkt Kontakt zu unseren psychologischen Berater:innen auf.

Weltkrebstag 2021: Krebsgesellschaften setzen sich für Krebsprävention ein

Nahezu jeder zweite Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs, ca. 510.000 Menschen erhalten jährlich eine Krebsdiagnose. Früh erkannt, sind Krebserkrankungen meist besser behandelbar als in einem fortgeschrittenen Stadium. In einigen Fällen hätte die Erkrankung durch eine rechtzeitige Krebsvorsorge möglicherweise sogar verhindert werden können. „Evidenzbasierte Prävention und Früherkennung gehören zu den grundlegenden Säulen einer erfolgreichen Strategie gegen Krebs. Die Mitglieder der Deutschen Krebsgesellschaft setzen sich daher dafür ein, bestehende Wissenslücken in der Krebsvorsorge und -früherkennung zu füllen“, erklärt Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar. „Dort, wo gute Präventionsansätze zur Verfügung stehen, werden sie oft nicht ausreichend in der Bevölkerung genutzt. Hier gilt es, die Akzeptanz dieser Maßnahmen zu verbessern“, ergänzt Bruns.

Die Sächsische Krebsgesellschaft e. V. macht sich seit 1990 für die Krebsprävention stark. „Wir wissen, dass eine gesunde Lebensweise dazu beitragen kann, das Krebsrisiko zu senken“, so Dr. Ralf Porzig, Geschäftsführer der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V. „Wir setzen uns daher auch im Bereich der Prävention ein – durch Informationsvermittlung, aber ebenso mit Veranstaltungen, die zu Aktivität anregen, wie beispielsweise „Laufend gegen Krebs“.

„Die 16 Landeskrebsgesellschaften unter dem Dach der Deutschen Krebsgesellschaft sind in ihrem jeweiligen Bundesland sehr gut vernetzt – sie leisten wichtige Arbeit vor Ort – nah an der Bevölkerung und den regionalen Strukturen. Ergänzt werden ihre Anstrengungen durch diverse Forschungsprojekte von Mitgliedern in der DKG“, führt Bruns weiter aus. Als Beispiel nennt er die risiko-adaptierte Früherkennung bei familiär bedingtem Brust- und Eierstockkrebs. Bei 5 bis 10 von 100 Brustkrebspatientinnen liegt eine erbliche Veränderung in einem Risikogen vor. Für die Betroffenen ist es wichtig zu wissen, wie hoch ihr Risiko ist, nach der ersten Erkrankung möglicherweise ein zweites Mal zu erkranken, wer in der Familie noch ein erhöhtes Krebsrisiko trägt und wie Betroffene damit umgehen können. Durch die Forschungsarbeiten des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs gemeinsam mit anderen internationalen Forschergruppen konnten neue Risikogene für familiär bedingten Brust- und Eierstockkrebs identifiziert werden. Darüber hinaus betreut das Konsortium ratsuchende Familien nach einheitlichen Standards und arbeitet dabei eng mit DKG-zertifizierten Brustkrebszentren zusammen, die die Patientinnen wohnortnah betreuen.

Schwerbehindertenausweis bei Krebsbetroffenheit

An Krebs erkrankte Menschen können in vielen Fällen Nachteilsausgleiche für schwerbehinderte Menschen in Anspruch nehmen. Als „schwerbehindert“ gelten Menschen, bei denen ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 festgestellt wurde. Dann können Nachteilsausgleiche wie besonderer Kündigungsschutz, Zusatzurlaub und vorgezogene Altersrente in Anspruch genommen werden. Es lohnt sich aber auch noch, einen geringeren Grad der Behinderung feststellen zu lassen. Ab GdB 30 wird ein Steuerfreibetrag gewährt und man kann die Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen erhalten. Dann gelten ebenfalls der besondere Kündigungsschutz und der Anspruch auf behindertengerechte Arbeitsbedingungen.

Schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte Menschen können begleitende Hilfe im Arbeitsleben erhalten. Dazu gehört die Beratung und Begleitung durch den Integrationsfachdienst oder die Begutachtung durch den technischen Beratungsdienst. Das Integrationsamt kann Geldleistungen im Zusammenhang mit dem Erhalt und der Ausgestaltung des Arbeitsplatzes erbringen.

Weitere Nachteilsausgleiche sind zum Beispiel:

  • Überstundenbefreiung (auf Wunsch)
  • bevorzugte Abfertigung bei Behörden
  • Vergünstigungen bei der Benutzung von Bädern und Museen etc.
  • ermäßigte Mitgliedsbeiträge in Verbänden und Vereinen (z. B. ADAC)

Treten neue Erkrankungen oder Behinderungen auf, kann nach entsprechendem Änderungsantrag ein höherer Grad der Behinderung anerkannt werden. Ohne Rückfall oder Neuerkrankung tritt bei Krebserkrankungen nach spätestens fünf Jahren die sogenannte Heilungsbewährung ein und der Grad der Behinderung wird verringert oder die Schwerbehinderteneigenschaft wird aberkannt.

Krebsbetroffene Menschen haben oft einen entsprechenden Anspruch. Wir beraten und vermitteln an entsprechende Ämter und Dienste, helfen bei der Antragstellung beim zuständigen Versorgungsamt, beraten zur Inanspruchnahme der Nachteilsausgleiche und unterstützen bei der Formulierung von Widersprüchen gegen ungünstige Entscheidungen der Behörde. Melden Sie sich gerne bei unserem Team der Beratungsstelle Zwickau zu einer persönlichen, telefonischen oder schriftlichen Beratung oder zu einem Beratungsgespräch über Video unter 0375/281405 oder unter Kontakt.